Thursday, September 23, 2021 12:18

Magen- & Darmsprechstunde

Magen & Darmgeschwür, Entzündung der unteren Speiseröhre, Zwerfellbruch

„Bei mir brennts, das des Krematorium a Dreck dagegen ist“ – so ähnlich hat Qualtinger Beschwerden beschrieben, an denen zumindest zeitweise manche Österreicher leiden. Hier sollte zuerst einmal eine Magenspiegelung (Gastroskopie) erfolgen, bei der häüfig ein Geschwür (Magen oder Zwölffingerdarm) oder eine Entzündung der unteren Speiseröhre (Reflux), oft kombiniert mit einem Zwerchfellbruch, gefunden wird. Wichtig ist, einen Magenkrebs auszuschließen, der sich auch mit Oberbauchschmerzen äußern kann.

Bei jeder Magenspiegelung entnehme ich Gewebeproben, um den Magenkeim HELICOBACTER PYLORI nachzuweisen oder auszuschließen. Kann ich Helicobacter nachweisen, empfehle ich in der Regel seine Ausrottung: Dies geschieht mit der exakten Einnahme von zwei verschiedenen Antibiotica und Magensäure-hemmender (Protonenpumpenhemmer) Medikamente über genau 7 Tage. Dadurch kann eine Rückfall eines Magen oder Zwölffingerdarmgeschwürs in 90 % verhindert werden. Eine Erfolgskontrolle kann durch eine Stuhlbestimmung der Helicobacters erfolgen, die aber erst 2 Monate nach Antibioticaeinnahme erfolgen sollte. Eine Blutuntersuchung ist zur Kontrolle einer erfolgreiche Helicobacterausrottung nicht geeignet.

Öfter gelingt die Ausrottung des Helicobacterkeims nicht beim ersten Mal: In schwierigen Fällen nehme ich eine Bakterienkultur bei der Magenspiegelung im Rahmen der Gewebeprobe ab. Dadurch kann ich genauer vorhersagen, welches Antibioticum wirksam sein wird.

Reizmagen oder Reizdarm ?

Sie leiden an Bauchgrimmen, Blähungen, Durchfällen oder Verstopfung? Sind Sie gut durchuntersucht und es wurde bisher nichts Organisches gefunden? Dann leiden Sie vermtlich an einem Reizmagen oder Reizdarm. Bevor diese Diagnose gestellt wird, sollen aber zwei gut behandelbare und nicht so seltene Erkrankungen ausgeschlossen werden:

SPRUE (Zöliakie)

Hier besteht eine Art Allergie gegen einen Inhaltsstoff des Weizens– das Klebereiweiß (Gluten). In einer leichten Ausprägung ist jeder hundertste Österreicher davon betroffen. Nachgewiesen wird diese Erkrankung durch eine Magenspiegelung mit Entnahme einer Gewebeprobe aus den untersten Zwölffingerdarm (Verschwinden der Darmzotten) oder, wenn eine Spiegelung abgelehnt wird, durch eine spezielle Blutuntersuchung (Endomyseale Antikörper).

Bei Kinder äußert sich diese Erkrankung durch schlechtes Gedeihen, beim Erwachsenen oft nur durch abnorme Stühle und körperliche Schwäche. Die Heilungsaussichten sind hervorragend, wenn eine absolut glutenfreie Ernährung lebenslang strikt eingehalten wird. Gluten ist in geringen Mengen in vielen Nahrungsmitteln enthalten, sodaß zu Beginn eine genaue Diätschulung steht. Weiter helfen auch excellente Selbsthilfegruppen:

Auskünfte, Hilfe und weitere Informationen gibt auch die österreichische Arbeitsgemeinschaft ZÖLIAKIE, A-1230 Wien, Anton Baumgartnerstr. 44/C5/2302. Landesgruppe NÖ: Mag. Elisabeth Peter, 3420 Kritzendorf, Hauptstr. 60-62 /1 /7

Milchzuckerunverträglichkeit (Lactoseintoleranz)

Hier kommt es nach Einnahme von Milchprodukten zu Blähungen und Durchfällen. Der Nachweis erfolgt entweder im Selbstversuch durch das vorübergehende Meiden von Milchprodukten. Exakter ist eine Untersuchung der Ausatmungsluft in Kombination mit Blutabnahmen nach Gabe vom Milchzucker. Diese Untersuchung wird z.B. an der 2. Med. des KH St. Pölten ambulant angeboten.

Morbus Crohn, Colitis ulcerosa

Auf Grund meiner langjährigen Erfahrung in Darmspiegelungen bin ich mit diesen Krankheiten gut vertraut. Ist die Diagnose gestellt, geht es mir darum, die erkrankten Menschen nach den neusten medizinischen Erkenntnissen und mit menschlichem Einfühlungsvermögen zu begleiten. Sowohl Erstbehandlungen, Behandlungen von Rückfällen als auch nötige Kontrolluntersuchungen führe ich in meiner Ordination durch.

So können Magen- und Darmerkrankungen aussehen!